Ein schamanischer Lebenstraum


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Vor langer Zeit. In einem Traum

war ich als Licht in einem hellen Raum.
Grell und hell war es dort,
aber ich konnte mich nicht sehen.
Bestimmt war es mir,

einen anderen Ort für mich zu wählen.
So sprach ich zu Gott:
Ich möchte aus deinen Lichter-Welten fort.

Er fragte mich:
Wo willst du hin, kleines Licht?
So unbeschwert wie hier ist es wo anders nicht.

Zu den Menschen will ich hin,
schreit es in mir drin.
Zu den dunkelsten Seelen,
mit meinem Licht sie erhellen.

Oh, dann wirst du aber Leid erleben!

Das macht nichts, ich habe keine Angst.
Will da wachsen, mich beweisen,
ihnen mein Licht in Liebe geben,
in der Welt zu dir stehen.
Wenn meine Rückkehr naht,
wird es mir nicht fad.
Werd‘ mit dir über Menschenseelen reden,

während mein Licht erstrahlt.

Wenn dem so ist, dann mache Lichtlein,

was du wirklich willst.

Ich erwachte in einem Körper,
der von klein an nun zu meinem wurde,

mit dem ich das Atmen, Laufen, Lachen

und auch Weinen lernen durfte.
Tief in mir ruhte das kleine Licht.
Wahrnehmungen: nur aus des Menschen Sicht.
Boshaftigkeit? Ich verstand nicht,
warum sie in meinem Leben sein sollte.
Als ich größer wurde, vergaß ich,

was ich anfangs wollte.

Das Leben machte mir nun gar keinen Spaß,
mein Menschenkörper lernte Angst und Hass.
In einer Großfamilie wurde ich geboren,
das Licht in mir habe ich verloren.
Dann schlief ich wieder ein
und fand mich wieder in einem Traum.
Ich musste wieder gehen auf Reisen,
das Licht in mir nicht mehr ruhen lassen,
damit Hass und Ängste mich verlassen.

Ich erwache; im Spiegel mich betrachte.
In meinem Herzen wird mir warm,

alles ist nur Menschenkram.

Dann seh‘ ich Licht in meinen Augen,
die Kraft – alt und mir bekannt.
Stolz seh‘ ich mich noch einmal an
und sag‘ zu mir das letzte Mal:

Geh und suche, was du brauchst,

woran du nur noch wenig glaubst,

doch gib dein Licht nicht auf!

War lange Zeit in der Menschenwelt.
In dem Moment, da ein Fremder vor mir steht,
mein Herz die Flamme fängt,
rasend in der Liebe brennt,

in neuem Rhythmus denkt.
Seine Stimme mir vertraut,
in Menschengestalt haben wir uns erkannt.

Bitte liebe mich, sagte ich.
Er lächelte nur.
Schau in meine Augen,
da ist für dich Liebe pur!
Nur du weißt, wer ich wirklich bin.
Kommt es dir nicht in den Sinn?
Du bist alles, was ich brauche,

im Menschenleben ich dich bewache.
Lichtlein sei doch einen Moment still!
Du bist alles, was ich will.

Ich sah tief in sein Ich
und erkannte das göttliche Licht.
Musste meines erkennen,
wollte sterben, um zu leben,
mein Vertrauen ihm dann geben, mit ihm gehen,
bleiben können, zu mir stehen.
Die Reise fand ihr Ende,
nichts blieb für mich in Beschwerde.

Er verließ den Alltagstrott.
Mein kleines Ich wurd‘ plötzlich groß,
als ich zu ihm sagte:
Liebster, du bist Gott!

Habe dich vor langer Zeit gekannt,
in deinem Menschenkörper dich erst jetzt erkannt.
Als er spürte, was ich sah,
kam er mir als Mann auch nah.
Wir wurden eins.
Er meins und ich seins.

Vor der Liebe, Licht und Lebensfreude

ich mich heut‘ als Mensch verbeuge.
Schamanisch geboren, das Alte verbleicht,

in Ehrlichkeit meine Seele erweicht.

Mit einem Blick erkenne ich:
Dank der Lehre nach MIK,
sind Menschenleben wieder Licht.

 

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